Schon ewig nichts mehr verfasst. Schade eigentlich. Aber ich bin eben einer dieser Menschen, der sich sein Talent lieber für die unnötigen Momente des Lebens aufspart. Manchmal scheint es, als ob ich nur beim Zeit vergeuden wirklich aufblühen würde. Wäre ja eigentlich kein Problem, wenn man damit Geld verdienen könnte. Talentiert zu sein, mein ich. Also die Begabung zu haben in allem begabt zu sein. Geht das? Ich glaube ja schon.
Na jetzt mal ehrlich – kennt man irgendwelche Menschen die nicht wenigstens irgendetwas gut können? Kann nicht sogar das eine Begabung sein, etwas nicht zu können? Ich stelle mir zum Beispiel vor, dass jemand, der das Talent hat, jemand anderen nicht aus Hass umzubringen – nunja – eben irgendwie auch eine sehr lobenswerte Eigenschaft hat.
Blödes Beispiel? Nein, ganz und gar nicht. Da sieht man wieder mal wie man von der gesamten Menschheit (- also irgendwie von sich selbst [quasi als Reflektion/-aktion auf gesellschaftlich vorgelebte Normen] -) in eine Ecke gedrängt wird; in eine Lebenseinstellung gepasst, wie ein Korken, der, in eine Flasche mit furchtbar schlechtem Wein gesteckt, ewig nach Freiheit strebt und auf Erlösung hofft, nur aber im Moment seines größten Triumphes, dem Moment da sich sein sehnlichster Wunsch erfüllt, sogleich in den Mülleimer befördert wird.
Bestimmung mögen das manche nennen, ich nenne es Stumpfsinnigkeit. Ein beharren auf Traditionen, die uns schlussendlich an unseren eigenen Haaren ins grab ziehen.
Egal. Wenn wer meinen Blog lesen will, dann sicher nicht wegen solcher Erörterungen. Davon läuft uns ja schon jeden Tag genug über den Weg.
Stichwort »Themenwechsel«, Stichwort: Zugfahren. In wenigen Sekunden schlägt’s Mitternacht; zumindest im imaginären Sinne lädt das Läuten der Glocken zur Geisterstunde. Kirchturmglocken hab ich nämlich gerade keine bei der Hand. Sitze ja auch im Zug. Vielleicht sogar etwas spät für’s Zugfahren, aber da sich das die anderen Leute offensichtlich auch denken, konnte ich einen kleinen Vorteil für mich herausholen. Nennt sich ‘Ungestörtheit’ und versteckt sich vorwiegen an vereinsamten Orten.
Ich weiß, kennt man heutzutage mehr kaum. Geht ja nichtmal mehr richtig am Klo, oder? Ja, wirklich – eine vom Aussterben bedrohte Art. Sowohl die ‘Ungestörtheit’ als auch die ‘vereinsamten Orte’. Zu traurig.
Dabei ist das einzige, das Zugfahren bei Nacht übertrifft, Spazierengehen bei Nacht. Ich kann mir tatsächlich nichts wundervolleres vorstellen, als in der Dunkelheit mit meinem I-Pod und meinem aktuellen Lieblingsalbum ganz alleine durch stille und menschenleere Straßen zu spazieren – bevorzugt in urbanem Gelände – und eventuell sogar mit ein wenig Regen berieselt zu werden.
Verrückt? – Ich finde es großartig. Die Füße bewegen sich von ganz alleine, die Musik bringt einen in die richtige Stimmung und dem Kopf bleibt nur, sich völlig loszulösen und mit seinen Gedanken durchzugehen.
Vielleicht sollte ich einfach öfters nachts spazieren gehen, und weniger über Weinflaschenkorken, Kirchturmglocken oder den Zwang, talentiert sein zu müssen, nachgrübeln. Würde die Dinge manchmal immens vereinfachen.